Deutsch als Zweitsprache für die berufliche Qualifizierung und den Arbeitsmarkt

Symposium im Rahmen des GAL-Kongresses 2020 Sprache(n) bilden. Arbeit mit und an Sprache(n) in institutionellen und außerinstitutionellen Kontexten, 08.-11.09.2020 an der Ruhr-Universität Bochum

Leitung: Iris Beckmann-Schulz, Olga Haber (Fachstelle Berufsbezogenes Deutsch im Förderprogramm Integration durch Qualifizierung, Deutschland)

Berufsbezogenes Deutsch ist Kommunikation in der Arbeitswelt in allen Bereichen und Situationen der Berufsorientierung, in Qualifizierungen, im Betrieb – vom Vorstellungsgespräch bis zur Weiterbildung, vom Übergabeprotokoll bis zur Pausenunterhaltung. Diese sprachlichen Anforderungen, mündlich wie schriftlich, werden immer komplexer und sind Barrieren besonders für Migrantinnen und Migranten, die Deutsch nicht als Muttersprache sprechen. Der Bedarf an berufsübergreifenden und berufsspezifischen Kursen und Prüfungen, z. B. für Pflegekräfte, ist gestiegen. Um der Vielfalt der Kommunikationssituationen und Textsorten in der Arbeitswelt gerecht zu werden, reicht es nicht aus, den Lernenden fachsprachliche Kenntnisse zu vermitteln. Sprachliche Wirklichkeit aus arbeitsplatzbezogenen Kontexten mit ihren verschiedensten Text- und Gesprächstypen wie z.B. Besprechungen, Verkaufsgesprächen o.ä. und sprachlichen Varietäten sollte in den Kursräumen präsent sein. Dabei sollen zentrale Arbeitsschritte wie die Ermittlung der Sprachanforderungen in unterschiedlichen Berufsfeldern, die Bestimmung der davon abgeleiteten Lernziele und Erstellung teilnehmerorientierter Aufgaben berücksichtigt werden.

Ein Schwerpunkt des Symposiums ist die Darstellung und die Diskussion der Ansätze und DaZ-Maßnahmen, welche als Antwort auf drängende Bedürfnisse der Zugewanderten entwickelt wurden. Welche institutionellen und außerinstitutionellen Instrumente und Angebote eignen sich für welche Zielgruppe? Welche Unterrichtsformen sind notwendig, um kommunikative und interkulturelle Kompetenzen der DaZ-Lernenden lernerorientiert und bedarfsgerecht im beruflichen Kontext zu fördern? Welchen Qualitätskriterien soll der berufsbezogene Unterricht entsprechen, um die Zielgruppe auf die Kommunikationsprozesse am Arbeitsplatz oder in der Aus- und Weiterbildung vorzubereiten? Welche innovativen Ansätze wurden entwickelt oder werden gerade erprobt? Was bedeutet dies für die Professionalisierung von Lehrkräften im Arbeitsfeld Berufsbezogenes Deutsch? Wie müssen die Rahmenbedingungen und Fördervorgaben gestaltet sein, damit die Bildungsangebote qualitativ hochwertig umgesetzt werden können? Auf diese und weitere Fragen möchten wir in unserem Symposium eingehen und laden Akteurinnen und Akteure aus Wissenschaft und Praxis zu einer dynamischen und interdisziplinären Diskussion zu sprachstrukturellen, sprachdidaktischen und sprachpolitischen Themen ein.

Beiträge können vom 01.02.2020 bis zum 01.04.2020 über ConfTool (http://www.conftool.com/gal2020) eingereicht werden. Die Länge eines Abstracts beträgt 500 Wörter zzgl. Literaturangaben und kurze biografische Angaben. Für einen Vortrag sind 25 Minuten plus 20 Minuten Diskussion vorgesehen.